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Monthly Archives: Dezember 2016

Ein Interview über die persönliche Yogapraxis

Omkari Omkari, seit wann praktizierst du selbst und seit wann unterrichtest du Yoga?

Angefangen habe ich mit Yoga 1980. Damals lebte ich drei Jahre in spirituellen Gemeinschaften in Indien und Sri Lanka.
Seit 2007 unterrichte ich Yoga, seit 2010 im eigenen Zentrum.

Was zeichnet dabei deinen Yogastil besonders aus?

Mein Ansatz ist es, jeden Menschen, der in meinen Unterricht kommt, in seiner Einzigartigkeit wahr zunehmen. Durch die Art der Anweisungen möchte ich jedem die Möglichkeit geben, in einer sich selbst annehmenden und freundlichen Weise zu üben, so wie es für sie oder ihn angenehm möglich ist.
Mit einer wachen und konzentrierten Haltung, können die Übenden in eine heilsame Ruhe eintauchen und ein Gefühl der Leichtigkeit wird sich immer öfter einstellen. Durch regelmäßiges Praktizieren wird diese Ruhe und Leichtigkeit auch mehr und mehr in den Alltag hinein fließen und dann geschieht Yoga nicht mehr nur auf der Matte, sondern ist ganz im Leben angekommen.

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Agieren statt Reagieren

Wenn wir reagieren, dann tun wir nicht unbedingt das, was wir wollen, sondern weil es die Lebensbedingungen anscheinend fordern. Was bedeutet, dass wir von etwas anderem als uns selbst bestimmt werden. 
Wenn wir häufig reagieren hinterlässt das ein Gefühl des Ausgeliefertseins auf die äußeren Verhältnisse. Das macht keine Freude. Wir bestimmen dann nicht mehr selber, was und wieviel wir tun und überhören dabei oft die Signale des Körpers, der an den Rand der Überforderung kommt und mit den vielen Anforderungen nicht mehr gesund mithalten kann.
Agieren dagegen ist ein bewusstes Handeln. Wir entscheiden uns und handeln von uns aus und werden nicht tätig, weil etwas von außerhalb uns dazu nötigt. 
Agieren braucht Entschlusskraft, ein aktives Ergreifen der Initiative. Aus eigenem Antrieb das Leben gestalten und die eigene Wahl treffen. Dazu ist es natürlich erforderlich, sich der eingefahrenen Reaktionsmuster bewusst zu werden.
Das wollen wir auch im Yoga. Es ist wie ein Selbststudium, bei dem wir üben, bewusst und achtsam wahrzunehmen, was gerade geschieht. 
Wir halten inne im umtriebigen Leben, üben uns in Achtsamkeit um so einen immer klareren Geisteszustand zu erlangen.
Aus dieser Klarheit und Wachheit zu handeln ist selbstbestimmt und selbstverantwortlich. Und das ist Freiheit.