Was in unserem Gehirn wirklich passiert – Meditation trifft Neurobiologie
Confirmation Bias – auf Deutsch Bestätigungsfehler oder Bestätigungstendenz bezeichnet unsere menschliche Neigung, Informationen so auszuwählen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie die bereits vorhandenen Überzeugungen oder Erwartungen bestätigen.
Wir suchen unbewusst nach Belegen dafür, dass wir recht haben, und lehnen widersprüchlichen Informationen eher ab.
Man liest oder sucht z.B. hauptsächlich nach Nachrichten und Fakten, die das eigene Weltbild stützen.
Passt etwas zur eigenen Meinung, gilt es als Beweis; passt es nicht, ist es „falsch“ oder „unwichtig“.
Außerdem behalten wir Dinge, die unsere Ansicht untermauern, leichter im Kopf.
Hält man z.B. einen Kollegen für unfreundlich, bemerkt man hauptsächlich sein distanziertes Verhalten und übersieht freundliche Gesten.
Jemand kauft sich einen Skoda und sieht plötzlich überall Skodas auf der Straße fahren.
Du bist davon überzeugt: „Ich bin einfach nicht beweglich.“ Jede Asana, die dir schwerfällt, bestätigt deine Überzeugung und du nimmst kaum wahr, dass dir andere Stellungen schon viel leichter gelingen.
Doch warum ist das so?
Der Confirmation Bias ist kein Zeichen mangelnder Intelligenz. Er entsteht, weil unser Gehirn versucht, die Welt möglichst effizient zu ordnen.
Bei Millionen von Informationen, die unser Gehirn täglich verarbeiten muss, kann es so mentale Kraft sparen.
Bekannte Denkmuster zu bestätigen geht schneller und verbraucht weniger Energie. Widersprüche zwischen dem eigenen Glauben und der Realität erzeugen psychischen Stress.
Und tatsächlich stammt ein Grund dafür noch aus der Steinzeit, als der Zusammenhalt einer Gruppe überlebenswichtig war.
Wer die geteilten Überzeugungen der eigenen Sippe teilte und verteidigte, sicherte sich Schutz und Nahrung. Abweichende Meinungen gefährdeten das eigene Überleben in der Gemeinschaft.
Algorithmen im Internet nutzen den Confirmation Bias gezielt aus, um unsere Aufmerksamkeit möglichst lange auf einer Plattform zu halten – denn Aufmerksamkeit bedeutet Werbeeinnahmen.
Es wird genau registriert, welche Beiträge wir liken, teilen oder kommentieren. Auf die Millisekunde genau wird gemessen, bei welchen Inhalten wir beim Scrollen kurz stoppen.
So werden uns in unserer Timeline fast nur noch Inhalte gezeigt, die perfekt zu unserer aktuellen Meinung passen.
Meinungen und Fakten, denen dir widersprechen könnten, werden aussortiert und uns gar nicht mehr angezeigt. Das macht uns manipulierbar. Wer uns auf seine Seite ziehen möchte, der schürt Angst.
Ängste machen uns empfänglich für einfache Antworten, auch für klare Freund-Feindbilder. Für das Versprechen von Ordnung werden simple Lösungen angeboten. Selbst dann, wenn die Wirklichkeit viel komplexer ist.
Was kann man dem allen entgegensetzen?
Hier kommt die Meditation ins Spiel!
Sie kann gegen den Confirmation Bias helfen, indem sie die Lücke zwischen einem Reiz und einer automatischen Reaktion vergrößert.
Wir lernen, Gedanken als vorübergehende Ereignisse zu betrachten, nicht als absolute Wahrheit und identifizieren uns weniger mit den Dingen der äußeren Welt.
Die Stärkung des präfrontalen Kortex:
Durch Meditation wird die Neuroplastizität vergrößert – die Fähigkeit unseres Gehirns, sich durch Benutzung physisch umzustrukturieren.
Wenn wir meditieren, nutzen wir diesen Gehirnbereich wie einen Muskel beim Krafttraining und die Dichte der grauen Substand erhöht sich.
Diese besteht aus Neuronen, die für die Informationsverarbeitung, das Denken und das Treffen von Entscheidungen zuständig sind.
Die einzelnen Nervenzellen bilden neue Fortsätze und verbinden sich stärker untereinander. So entstehen neue „Datenautobahnen“
Außerdem wachsen kleine Blutgefäße (Kapillaren) schneller, die dieses Areal im Gehirn besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.
Wozu das gut ist:
• Wir werden seltener von Emotionen, wie Wut oder Angst überrumpelt, weil die biologische Kapazität da ist, die Situation rational zu bewerten.
• Es fällt uns biologisch leichter, uns ohne Ablenkung auf eine Sache zu konzentrieren, da mehr Nervenzellen aktiv an dieser Aufgabe arbeiten können.
• Neue Informationen werden schneller abgespeichert und Gelerntes wird langfristig besser abrufbar.
• Zusammenhänge werden leichter verstanden.
• Es entwickelt sich mehr Empathie und Mitgefühl. Dadurch können wir die Beweggründe von Menschen mit anderen Meinungen besser verstehen. Das schützt uns vor sozialer Spaltung und macht uns kompromissfähiger.
• Meditation erhöht die Körperwahrnehmung und kann Schmerzen lindern. Meditierende nehmen Schmerzen zwar durchaus wahr, bewerten sie aber emotional völlig anders.
• Das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk im Gehirn ist aktiv, wenn wir tagträumen, grübeln oder uns Sorgen über die Zukunft machen. Meditation wirkt beruhigend auf dieses Netzwerk ein. So können aufreibende Gedankenschleifen vor dem Einschlafen oder in Stressphasen deutlich abnehmen.
• Auf der Zellebene geschieht ein biologisches Anti-Aging, denn die Meditation reduziert das Stresshormon Cortisol. Das schützt die Telomere – die Schutzkappen unserer Chromosomen, die für die Zellalterung verantwortlich sind. Also altern unsere Zellen langsamer.
Das stärkt wiederum unser Immunsystem und das Risiko für stressbedingte Krankheiten sinkt.
Abgesehen von all den biologischen Vorteilen, kann uns die Meditation helfen, den Sinn unseres Daseins zu ergründen – und da geht es in den transzendenten Bereich. Jenseits all der Kümmernisse dieser Welt.
Meditation statt Munition

Meditation statt Munition, ist unsere Empfehlung und mit Munition meinen wir nicht nur das, was buchstäblich in Waffen benutzt wird, sondern auch die Menge an Informationen über Gewalt, Gefahren, Ängste und Nöte, die uns täglich über den Bildschirm attackieren.
Allzu häufig überlassen wir unsere Gefühlslage dem Einfluss der Medien, mit ihren Skandalen, ihrem Hang zu Übertreibungen und der Negativität, dass es genauso wichtig ist, achtsam zu entscheiden, welche geistige Nahrung man täglich zu sich nimmt, wie die Nahrung, die man seinem Körper zuführt.
Mit diesem „Bombardement“ an Informationen, die wir immer wieder ungeprüft auf uns einströmen lassen, ergeben wir uns den Meinungen anderer, lassen Angst und Hilflosigkeit in uns Einzug nehmen und geben unsere Macht ab, selbstbestimmt zu entscheiden und zu handeln.
Meditation und Achtsamkeit, das ist ein Prozess, der im Inneren stattfindet. Wir erkennen, wie sehr wir unsere Welt mit unseren Gedanken gestalten und welchen Unterschied es ausmacht, ob wir negativen und destruktiven Gedanken erlauben, sich ungestört in unserem Geiste auszubreiten oder ob wir Gedanken und Eigenschaften von Mitgefühl, Vertrauen, Zuversicht, Wohlwollen oder Liebe, kultivieren.
Meditation bringt den verwirrten Geist zur Ruhe und lässt klare Geisteskraft hervortreten. Wie gut, dass mehr und mehr Menschen regelmäßig meditieren und diese Praxis tief greifende Veränderungen in der Gesellschaft bewirken wird.
Mit dem Üben von Achtsamkeit und Meditation, erfüllen wir unser natürliches Bedürfnis, nach den wahren und guten und positiven Werten unseres Daseins und wenn wir diesen nachgehen, können wir die Welt in uns und um uns herum freundlicher und liebevoller gestalten.
Daher ist es unser Bestreben, dass durch Meditation und Yogastunden mehr Menschen die Praxis der Achtsamkeit und Meditation kennenlernen und in ihren Alltag integrieren.
Mögen viele Menschen, sich der Meditation widmen und mit Achtsamkeit durch das Leben gehen.
Mögen wir den spürbaren Veränderungen in unserer Gesellschaft mutig begegnen.
Mögen wir im Fluss der Möglichkeiten fließen und der Einkehr und Innenschau einen Teil unserer Lebenszeit schenken, die frei macht von fremdbestimmten Eindrücken – frei in Selbstbestimmung und Selbstverantwortung.
Zu heilig sein
Neulich sprach ich mit einer Teilnehmerin darüber, was man machen könnte, wenn man Menschen besuchen soll, die so schwierig sind, sodass es einem hinterher schlecht geht.
Ich meinte, sie könne sich ja entscheiden, nicht hinzugehen. Aber wenn sie doch hinginge, dann könne sie versuchen, diesem Menschen mit Wohlwollen zu begegnen.
Wir haben die Fähigkeit uns selber zu verändern und unsere Einstellung, Absichten und unser Verhalten. Andere verändern zu wollen, funktioniert meistens nicht. Außer vielleicht durch unser Vorbild?
Wer hat noch nicht erlebt, dass ein freundliches Wort einem Griesgram ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat?
Als ich ihr sagte, dass wir genau das in der Vollmondmeditation versuchen – Wohlwollen entwickeln – ja sogar Liebe – und sie anderen Menschen, auch den schwierigen, zukommen lassen, meinte sie, sie käme nicht zu den Vollmondmeditationen, weil ihr das zu heilig wäre. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.
Zu heilig? Wie kann denn etwas zu heilig sein? Heilig kommt von heil – unversehrt, ganz – sein, also nicht getrennt sein. Heil bedeutet Reinheit und Vollkommenheit.
Das Gegenteil von heilig ist profan – weltlich. So kann für jemanden das Weihnachtsfest als heilig gelten, weil man die Geburt des „Heilands“ feiert oder es ist ein Fest des Konsums, der Traditionen und Verpflichtungen und dann ist es eben nicht nur profan, sondern nimmt dem Ursprung dieses Festes jeglichen Sinn.
Wenn wir heil sind, dann sind wir ganz – vollständig. Dann ist unser Befinden unabhängig und frei von der Welt da draußen, die uns versprechen will, uns Glück zu bescheren. Dann sind wir in der Welt, aber nicht von der Welt.
Heil werden bedeutet zu heilen.
Nicht nur von einer Krankheit des Körpers, sondern auch von psychischem Leid, das wir zum Beispiel durch unangenehme Zeitgenossen erlaubt haben, in uns Einzug zu halten.
Das Heil finden wir nur in uns. Wenn wir in unser stilles Kämmerlein gehen und die Tür zuschließen, wenn wir die Sinne abschalten, sagen wir im Yoga. Dann ist Weih-Nacht. Die geweihte – die heilige und stille Nacht. Und da geschieht sie – die Heilung. Dann wird es warm in uns, und es zeigt sich Mitgefühl und die Freundlichkeit lugt um die Ecke und Frieden und Weisheit setzten sich auf ihren Thron in unserem Herzen. Vielleicht werden wir dann auch irgendwann mal heilig?
Heilige sind Sünder, die nie aufgegeben haben – es ist also ein stetes Bemühen.
Und ich glaube, dass sich nur so die Welt verändern lässt. Indem wir uns selbst verändern. Und all die guten Eigenschaften bilden tatsächlich ein Feld – ein heiles Feld des Friedens in uns und um uns herum.
Daher finde ich – es kann gar nicht heil oder heilig genug sein!
Seinen Teil dazu beitragen
Eine alte Legende besagt…
Es gab eines Tages ein großes Feuer im Wald. Alle Tiere flohen voller Angst in alle Richtungen, denn es war ein sehr heftiges Feuer.
Plötzlich sah ein Jaguar einen Kolibri über seinen Kopf hinwegfliegen, allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Der Kolibri flog auf das Feuer zu!
Was auch immer geschah, er änderte die Richtung nicht.
Wenige Augenblicke später sah der Jaguar ihn erneut vorbeifliegen, diesmal in dieselbe Richtung, in die der Jaguar ging.
Er konnte dieses Kommen und Gehen beobachten, bis er beschloss, den Vogel danach zu fragen, weil ihm dieses Verhalten sehr seltsam vorkam.
„Was machst du, Kolibri?“, fragte er.
„Ich fliege zum See“, antwortete er, „ich trinke Wasser mit meinem Schnabel und werfe es auf das Feuer, um es zu löschen.“
Der Jaguar lachte. ‚Bist du verrückt? Glaubst du wirklich, dass du dieses große Feuer mit deinem kleinen Schnabel allein löschen kannst?‘
‚Nein‘, sagte der Kolibri, ‚ich weiß, dass ich das nicht kann. Aber der Wald ist mein Zuhause. Er ernährt mich, er bietet mir und meiner Familie Schutz. Dafür bin ich sehr dankbar. Und ich helfe dem Wald zu wachsen, indem ich seine Blumen bestäube. Ich bin ein Teil von ihm und der Wald ist ein Teil von mir. Ich weiß, dass ich das Feuer nicht löschen kann, aber ich muss meinen Teil dazu beitragen.‘
In diesem Moment waren die Waldgeister, die dem Kolibri zuhörten, von dem Vögelchen und seiner Hingabe an den Wald gerührt. Und wie durch ein Wunder schickten sie einen sintflutartigen Regenguss, der dem großen Feuer ein Ende bereitete.
Die indianischen Großmütter erzählten diese Geschichte ihren Enkelkindern und schlossen mit den Worten:
„Willst du Wunder in deinem Leben anziehen? Dann erfülle deinen Teil.“
Und die Moral von der Geschichte:
Niemand von uns kann alleine etwas bewirken, es erscheint uns unmöglich! Und doch sind wir ein Puzzlestück dieser Welt und dürfen unseren Teil beitragen.
Wenn wir das mit Hingabe tun, können wir Wunder bewirken. Wenn wir das gemeinsam tun, erhöhen wir die Chancen auf ein solches Wunder ins Unendliche.
Meditation kann das Leben verlängern

Wer regelmäßig meditiert, tut nicht nur was für den Geist, sondern auch für seine Zellen. So lautet das Ergebnis einer US-Studie.
Meditation bringt Körper und Geist ins Gleichgewicht. Das ist bekannt und kein Geheimnis. Aber warum wirkt sich Meditieren eigentlich so positiv aufs Gemüt aus? Amerikanische Wissenschaftler wollten es genau wissen und sind der Frage auf den Grund gegangen.
Langlebigkeit-Enzym-Telomerase
Im Rahmen einer Langzeituntersuchung der Auswirkungen von Meditation auf Körper und Psyche – des sogenannten Shamatha-Projects – ließen Forscher der University of California 60 Probanden über einen Zeitraum von drei Monaten intensiv meditieren. (mehr …)
Ein Brief über die Liebe von Albert Einstein
Liebe Lieserl !
Als ich die Relativitätstheorie vorschlug, verstanden mich nur sehr wenige Menschen und was ich Dir jetzt schreibe, wird ebenso auf Missverständnisse und Vorurteilen in der Welt stoßen.Ich bitte Dich dennoch, dass Du dies, die ganze Zeit, die notwendig ist, beschützt. Jahre, Jahrzehnte, bis die Gesellschaft fortgeschritten genug ist, um das, was ich Dir hier erklären werde, zu akzeptieren. (mehr …)
